Antrag: Weitere Angebote für eine Willkommenskultur in der Flüchtlingsunterkunft Farmsen II

Anträge

Anträge Antrag: Weitere Angebote für eine Willkommenskultur in der Flüchtlingsunterkunft Farmsen II

Kommentare /

Menschen flüchten aufgrund von Hunger, Krieg, Not, Elend und Diskriminierung in unsere Stadt. Sie suchen Zuflucht und brauchen in Hamburg eine Perspektive für Wohnen, Leben und Bildung im Stadtteil, d. h. dass sie in unserer Stadt für einen längeren Zeitraum leben werden. Für diese Perspektive können Angebote geschaffen werden.

Die Belegung der 400 Plätze in der Unterbringung Farmsen II mit vielen Flüchtlingsfamilien und einigen Einzelpersonen begann am 8. Dezember 2014. Beeinträchtigt wurde sie zuvor von einer rassistischen Kundgebung in Farmsen vom 6. November 2014. Zur Unterstützung der Flüchtlinge haben sich inzwischen viele Helferinnen und Helfer gemeldet und es gibt eine Koordination durch Fördern & Wohnen. Es ist auch erfreulich, dass es im Erdgeschoss ein behindertengerechtes Zimmer gibt. Die Unterbringungsbedingungen in der großen Unterkunft bedingen jedoch für die geflüchteten Menschen und Familien mit gut 200 Kindern eine Reihe von zusätzlichen Problemen, die sich aus der Flüchtlingsgeschichte ergeben. Um diesen vermeidbaren Problemen vorzubeugen ist noch mehr nötig.

Wir sind erfreut über die Aussage des Staatsrates der BASFI am 6.11.14 im Regionalausschuss, dass zusätzliche Mittel für Sprachkurse und ehrenamtliche Begleitung bereit gestellt werden sollen, erhoffen dabei auch, dass die Menschen ihre persönlichen Angelegenheiten dadurch mehr in die eigene Hand nehmen können. Dies kann DolmetscherInnen nicht ersetzen. Administrative Angelegenheiten wie z. B. Anmeldung bei der Schule, Kita, aufenthaltsrechtliche und gesundheitliche Fragen sollten noch reibungsloser geregelt werden. Dies kann durch das Personal von f & w und Ehrenamt nicht alleine geleistet werden.

Durch das Angebot einer psychologischen Unterstützung/Krisenintervention, die es bisher vor Ort nicht gibt, können die traumatisierten Menschen in Krisen stabilisiert werden. Psychische Stabilität als notwendige Grundlage einer Inklusion kann so erreicht werden.

Durch den Einsatz professioneller DolmetscherInnen können Verständigungsprobleme, die sonst in einer so großen Unterbringung zu Konflikten sowie psychischen und gesundheitlichen Belastungen führen, ausgeräumt werden.

Grundsätzlich ist der Zugang zur Gesundheitsversorgung höchst problematisch. Um in akuten Fällen erste Hilfe leisten zu können und eine etwaige Weiterbehandlung sicherzustellen, ist eine dauernd besetzte Anlaufstelle mit einer medizinischen Fachkraft vonnöten.

Der Regionalausschuss bittet die Vorsitzenden der Bezirksversammlung und den Bezirksamtsleiter sich bei den zuständigen Fachbehörden für Maßnahmen einzusetzen, die folgende Punkte sicherstellen:

1.    Verstärkte Versorgung mit Angeboten der Sozialarbeit inkl. Dolmetschungstätigkeiten und Rechtsberatung.

2.     Adressen  und Anmeldeformulare von Schulen und Kita in entsprechenden Muttersprachen in den Unterkünften auslegen

3.    Möglichkeiten der traumapsychologischen Betreuung und Kriseninervention

4.    Primäre medizinische Betreuung vor Ort (medizinische Fachkraft z. B. Krankenpflegerin)

5.    Unabhängige Beschwerdestelle für Vorfälle von psychischer und physischer Gewalt, insbesondere für Frauen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *