PM: Wandsbek – Mit dem Kopf durch die Wand

Pressemitteilung

Pressemitteilung PM: Wandsbek – Mit dem Kopf durch die Wand

Kommentare /

Allen Bedenken und fachlichen Einwänden zum Trotz verfolgen SPD und GRÜNE im Wandsbeker Kerngebiet den Erlass einer städtebaulichen Erhaltungsverordnung. Rückbau, Änderung, Nutzungsänderung und Errichtung von Gebäuden bedürfen in diesem Gebiet künftig einer Genehmigung über die baurechtlichen Vorgaben hinaus.

Rainer Behrens, stadtplanungspolitischer Sprecher der Linksfraktion in Wandsbek: „Das Verordnungsgebiet umfasst vier Untersuchungszonen. Bis auf die Mitte zwischen Schädlerstrasse und Morewoodstrasse sind die Prägungen durch die zahllosen geschützten Denkmäler eindeutig. Viel mehr als eine Erhaltungssatzung hätten wir uns schon lange eine Entwicklungssatzung gewünscht. Das städtebaulich Prägende des Gebietes Mitte definiert der Gutachter Elbberg als die Vielfalt der (für sich genommen allesamt banalen) Bauten verschiedener Epochen. Des Pudels Kern ist die unbegründete Klassifizierung einiger „Terrassenhäuser“ als schutzwürdig. Dies steht im krassen Widerspruch zu dem detaillierten denkmalschutzrechtlichen Gutachten von Herrn Dr. Geerd Dahms.“ 

Seit Jahren schwelt der Streit mit der Wohnungsbaugenossenschaft. Diese will die um 1900 errichteten Etagenhäuser Josephstraße 8-18, die kriegszerstört und um 1950 meist stark verändert wiederaufgebaut wurden, abreißen, um zeit- und klimagemäße Neubauwohnungen zu errichten. Da die Häuser weder unter Denkmalschutz stehen noch in der Denkmalliste eingetragen sind, sahen SPD und GRÜNE im Frühjahr 2015 den einzigen Ausweg in dem Antrag auf eine städtebauliche Erhaltungsverordnung nach § 172 BauGB, Abs. 1, Satz 1, Nr.1. Dieser Antrag steht jetzt auf der Tagesordnung der Bezirksversammlung am 25.02.2016.

„Hier wir eine Verordnung im Hau-Ruck-Verfahren vorangetrieben, deren einzige erkennbare Konsequenz die Verhinderung des Baus von 66 Genossenschaftswohnungen ist. Der Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen und der Mieterverein kritisieren das öffentlich als Negativbeispiel für die Behinderung der Wohnungsbauoffensive“ so Rainer Behrens.

Die Erhaltungsverordnung „Wandsbek I“ deckt eine Fläche von 32 ha ab und umfasst den Bereich Wandsbeker Marktstraße, Rüterstraße, von Bargen-Straße, Efftingestraße, Neumann-Reichardt-Straße, Bahngärten, Schloßstraße, Robert-Schumann-Brücke, Am Alten Posthaus.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *