PM: Schließung Wiesenredder Freibad: unsozial und undemokratisch

Anfrage Pressemitteilung

Anfrage, Pressemitteilung PM: Schließung Wiesenredder Freibad: unsozial und undemokratisch

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Der Senat verweigert Auskünfte zu Betriebs- und Personalkosten des Bäderland-Freibads Wiesenredder, das er schließen will. Die Fläche des Freibads soll für Wohnungsbau an einen privaten Investor verkauft werden, dafür soll das ca. 2,5 Kilometer entfernte Hallenbad für rund zehn Millionen Euro um ein Außenbecken erweitert werden.

Hintergründe des Deals wollte der bezirkspolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in der Hamburgischen Bürgerschaft, Stephan Jersch, mit seiner Anfrage (Drs. 21/14150) erfahren. „Die Schließung des letzten städtischen Freibads im gesamten Bezirk Wandsbek durch den Senat ist eine weitere Kürzung an der sozialen Infrastruktur in Hamburg“, kritisiert der Abgeordnete. „Angeblich ist der Betrieb nicht wirtschaftlich. Unabhängig davon, dass wir den Betrieb von Freibädern als staatliche Aufgabe sehen – wenn wir Abgeordnete an keine Informationen kommen, um die Argumentation beurteilen zu können, wie sollen wir den Senat dann kontrollieren?“

Die Entscheidung zur Freibadschließung wurde durch eine Weisung der Senatskommission für Stadtentwicklung und Wohnen getroffen und damit ein gerade begonnenes Bürgerbegehren gestoppt. Die Bezirksversammlung Wandsbek kann die Entscheidung über den Bebauungsplan, der normalerweise in ihrem Entscheidungsbereich liegt, nicht mehr beeinflussen. Jersch kritisiert: „Wenn sich Bürgerinnen und Bürger wehren wollen, werden Bürgerbegehren durch eine Weisung einfach im Keim erstickt.“

Julian Georg, Vorsitzender der Linksfraktion Wandsbek ergänzt: „Wir werden uns nicht damit abfinden, dass der Senat uns die Kompetenz entzieht. Diese Art der Politik ist undemokratisch, sie schadet dem Ansehen der Politik und schafft Frust in der Bevölkerung.“

Das Freibad Wiesenredder liegt unmittelbar neben dem früheren RISE-Gebiet Großlohe und dem jetzt beschlossenen RISE-Gebiet Rahlstedt-Ost. „Die Schließung des Freibads würde die positive Entwicklung dieser Gebiete konterkarieren“, so Georg: „Gerade für Familien, die sich keinen teuren Urlaub leisten können, ist das Freibad ein wichtiger Ort.“
Für die Bezirksversammlung am 06.09. hat die Fraktion DIE LINKE eine Aktuelle Stunde zum Thema angemeldet.

Für Rückfragen: Julian Georg, 0176-216 755 28

2 Responses to " PM: Schließung Wiesenredder Freibad: unsozial und undemokratisch "

  1. Elke Schumann sagt:

    Schildbuerger,nach ca 90 Minuten habe ich die sitzung heute verlassen, es war unertraeglic, wie die spd die Schliesung des Freibades zu rechtfertigen versucht.
    herr Graage und die Dame vom Sozialausschuss haben richtig gesprochen.
    Ich habe in diesem Jahr einen Versuch gemacht in das Freibad zu gehen, keine Umkleidekabine, keine Schlieesfacher und bei 30 Gtad Hitze kein Kiosk, man koenne aber das Trinkwasse trinken, o.k.da Umfeld verkommen und schmutzig.Ein Mitarbeiter von Sen. Dressel meinte, das Bad sei ja sowieso abgaengig. ist das Zynismus oder Dummheit.
    Das alte Bad im Ortskern liegt inmitten von Einzelhausbebauung, Einkaufszentren, Busbahnhof, Bahn und so witer, wenn also alle Besucher des Wiesnredder in einem Sommer wie 2018 wirklich dorthin kaemen, laeuft das Planschbecken aus!

    Ach ja, als ich meine drei toen Birken faellen lassen wollte und einenAntrag samt Fotos schickte, kamen Drei! Mitarbeiter des Gartenbauamtes zur Begehung, in meiner Abwesenheit!

    Baederland hat Luxussanieurngen vorgenommen und fragen sie mal Harbuger, was sie von ihrem tollen Planschbecken halten.

    Ach ja, die kita Gross Lohe Ring wusste nichts von der Schliessung. Ich glaube die freuen sich schon sehr darauf mit einer gruppe Kleinkinder quer durch Rahlstedt zu ziehen in das tolle neue Bad, dann auch gerne im winter teuer und draussen.

    Aufstehen! Dafuer habe ich heute wieder neue traurige Erfahrungen gemacht.

  2. Sehr geehrter Herr Georg,
    danke für Ihren wieder einmal excellenten Vortrag in der Bezirksversammlung… inhaltlich gut recherchiert, gespickt mit einer guten Portion Ironie und Witz, was vielen Politikern schon abhanden gekommen ist…
    Für uns als wieder einmal abgelehntes Bürgerbegehren „Rettet das Freibad-Wiesenredder“ war die auch von Ihnen beantragte Aktuelle Stunde sehr sehr wichtig…

    Die Vorgehensweise des Hamburger Senates ist so in keinster Weise zu akzeptieren. Nicht nur im „Vertrag für Hamburg-Wohnungsneubau“ vom 15.9.2016 heißt es unter Punkt 5.:
    „Die Bezirksämter stellen auch weiterhin bei Planungs-und Bauvorhaben frühzeitig, umfassend und ggf. in Alternativen mit den möglichen Folgen der Planung in geeigneter Form die umfassende Information und Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger nach § 3 BauGB sicher.“

    In unserem Falle: Nichts von dem o.g. wurde eingehalten!
    Alle Infos immer hier: http://www.trede.hamburg/freibad-rahlstedt/

    Drücken Sie uns weiter die Daumen – und DANKE
    VG Wolfgang T. aus R.

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