NS- und AfD-Schriftzüge an Unterkünften für Geflüchtete: Linke fordert Konsequenzen

In Rahlstedt und Tonndorf wurden in der Nacht vom 18. auf den 19.9. an einer Unterkunft für Geflüchtete, den Zäunen der Clearingstelle Erstversorgung für minderjährige Geflüchtete und direkt vor einem Dönerladen rechte Symbole und Schriftzüge angebracht. Diese umfassten nationalsozialistische Symbole wie die verbotenen Sieg Runen der Waffen-SS, der für „Heil Hitler“ stehenden Zahlencode „88“, Schmierereien in Farben des deutschen Reichs (Schwarz/Weiß/Rot) sowie das Kürzel „AfD“.

Martin Wolter, Bürgerschaftsabgeordneter der Linken aus Wandsbek, war vor Ort, hat mit einer Mitarbeiterin der Clearingstelle für minderjährige Geflüchtete gesprochen und seine Unterstützung angeboten. Er fordert: „Es ist wichtig, dass wir uns jetzt klar an die Seite der Bewohner*innen stellen und den Schutz der Menschen verbessern. Wir bauen dabei auf die Weltoffenheit und den Zusammenhalt in Tonndorf gegen solche rassistischen Bedrohungen.“

Thomas Iwan, Fraktionsvorsitzender der Linken in der Wandsbeker Bezirksversammlung, erklärt: „Wir nehmen diese Vorfälle ernst und werden das Thema auch in den Gremien der Bezirksversammlung ansprechen. Dort gilt es gemeinsam mit den demokratischen Fraktionen Wege zu finden, wie der Schutz für Schutzsuchende und von Rassismus betroffene Menschen bei uns im Bezirk gestärkt werden kann. Außerdem wollen wir prüfen, wo wir Maßnahmen gegen extrem rechte Umtriebe vor Ort ausbauen und das Vorgehen gegen menschenverachtende Schmierereien beschleunigen können.“

Katharina Wellm, Mitglied des Bezirksvorstands der Linken, sieht die Vorfälle als Ausdruck einer allgemeinen Zunahme rechter Gewalt: „Wenn Rechte ihre menschenverachtende Ideologie wieder in unserer Stadt verbreiten und Schutzsuchende bedrohen, müssen wir uns dem entschlossen entgegenstellen. Die Stimmen von Betroffenen rassistischer Gewalt müssen gehört und rechte Machenschaften konsequent bekämpft werden.“

Eine ausführliche Dokumentation der Vorfälle ist in der Pressemitteilung des Hamburger Bündnis gegen Rechts nachzuvollziehen: https://www.hbgr.org/sachbeschaedigungen-durch-unbekannte-an-zwei-unterkuenften-fuer-gefluechtete-in-tonndorf-und-rahlstedt/