Überlastung beim Wohngeld in Wandsbek: Menschen warten über vier Monate auf ihr Geld
Pressemitteilung: Vermieter*innen in Hamburg erhöhen die Mieten immer weiter. Viele Menschen sind auf Wohngeld angewiesen, um ihre Wohnkosten überhaupt noch stemmen zu können. Doch wer in Wandsbek Hilfe beantragt, muss sich auf sehr lange Wartezeiten einstellen. Eine Antwort des Bezirksamts Wandsbek auf eine Anfrage der Linksfraktion zeigt jetzt: Die Wohngeldstelle ist seit fast einem Jahr völlig überlastet.
Schon Ende 2025 musste die Fachamtsleitung offiziell ein „kritisches Ereignis“ melden. Der Grund: Zu wenig Personal, viele Krankheitsfälle und ein stetiger Anstieg von Anträgen und Beschwerden. Für die Menschen in Wandsbek hat das schwerwiegende Folgen. Die Bearbeitung eines Antrags dauert derzeit im Durchschnitt 17 Wochen, also über vier Monate. Eigentlich möchte die Behörde vollständige Anträge innerhalb von zwei Wochen bearbeiten.
„Wer auf Wohngeld angewiesen ist, kann nicht monatelang auf sein Geld hoffen, während die Miete fällig wird. Dass Menschen in Wandsbek im Schnitt über vier Monate auf ihren Bescheid warten müssen, ist ein sozialpolitisches Versagen. Die Politik darf hier nicht länger zusehen“, erklärt Thomas Iwan, Fraktionsvorsitzender Die Linke in der Bezirksversammlung Wandsbek.
Mitarbeitende am Limit
Auch für die Beschäftigten in der Behörde ist die Situation eine immense Belastung. Bis Mitte 2026 haben die Mitarbeitenden mehr als 860 Überstunden angesammelt. Hinzu kommt, dass etwa sechs Stellen aktuell wegen Langzeiterkrankungen unbesetzt sind – was bedeutet, dass die Behörde schlichtweg nicht mehr alle Aufgaben schafft. Um Neu- und Weitergewährungsanträge überhaupt abarbeiten zu können, müssen andere wichtige Aufgaben, wie die Bearbeitung von Widersprüchen, Rückforderungen oder Ordnungswidrigkeiten, nachrangig bearbeitet werden. Wann die Wohngeldstelle wieder normal arbeiten kann, weiß das Bezirksamt nicht.
„Die Beschäftigten arbeiten seit Monaten am Limit und zahlen mit ihrer Gesundheit für das Behördenchaos. Der Senat muss den Einstellungsstopp sofort beenden und das Bezirksamt Wandsbek personell so ausstatten, dass Anträge zügig bearbeitet werden und die Mitarbeitenden geschützt sind“, so Thomas Iwan.
Kontakt für Rückfragen:
Thomas Iwan
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thomas.iwan@linksfraktion-wandsbek.de

